Zu fetter Lehm muss durch die Beimischung von Sand «abgemagert» werden, damit er beim Trocknen nicht reisst. In feuchtem Zustand ist Lehm formbar, in trockenem fest. Bei Wasserzugabe quillt er auf und beim Trockenen schrumpft er wieder, was beim Bauen mit Lehm zu beachten ist. Lehm wird als Baustoff meistens ungebrannt verwendet. Fünf gute Gründe, mit Lehm zu bauen: 1. Regulierung der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen. Lehm speichert Feuchtigkeit und gibt diese langsam wieder ab. In Lehmhäusern herrscht eine für den Menschen angenehme relative Luftfeuchtigkeit von 45-55%. 2. Aufnahme von Gerüchen und Schadstoffen. Die Tonminerale des Lehms binden Gerüche und Schadstoffe und reinigen damit die Raumluft. Dabei ist Lehm selbst schadstofffrei und hautfreundlich. 3. Antibakteriell und schädlingsabweisend. Die spezielle «trockene« Grundfeuchte des Lehms von 5% entzieht Pilzen und tierischen Schädlingen die Lebensgrundlage. Damit ist auch Holz in der gemeinsamen Verbauung mit Lehm geschützt und muss nicht behandelt werden. 4. Wärmespeicherung. Bei entsprechender Lehmwanddicke dämmt Lehm sehr gut. Gleichzeitig sparen Lehmbauten Energie durch eine passive Sonnenenergienutzung. Bei sonnen-reicher Lage kann in einem Lehmhaus unter Umständen sogar auf eine Heizung verzichtet werden. 5. Kostengünstig und kreativ. Der Lehm kann oft vor Ort aus dem Boden gewonnen werden. Er ist zu 100% wiederverwert- oder recycelbar. KleinereSchäden können leicht selbst repariert werden. Durch die gute Modellierbarkeit des Lehms bieten sich viele kreative Gestaltungs- möglichkeiten. Die gegenüber Zement meist teurere Anfangsinvestition für die Fertigung von Wänden und ganzen Häusern wird über die Jahre durch die Energieeinsparung wieder zurückgewonnen. Lehmhäuser halten bei richtiger Verarbeitung Jahrhunderte. Der Lehm Lehm ist eine Mischung aus Sand und Ton und entsteht durch Verwitterung oder unsortierte Ablagerung der einzelnen Bestandteile. Tonreicher Lehm wird als fett, tonarmer als mager bezeichnet. Hoganter